Putzplan für die WG erstellen – mit Vorlage

Warum die meisten Putzpläne nach drei Wochen verrotten und wie ihr einen aufsetzt, der hält: Aufgaben sammeln, nach Aufwand verteilen, Rotation einsetzen.

Kurz gesagt

Ein Putzplan hält, wenn er nach Aufwand verteilt statt nach Anzahl der Aufgaben: Bad putzen wiegt schwerer als Müll rausbringen. Sammelt zuerst alle Aufgaben samt Häufigkeit, gewichtet sie, und entscheidet dann bewusst zwischen Rotation und fester Zuständigkeit. Zuletzt gehört der Plan aufs Handy, nicht an die Kühlschranktür – ein Zettel erinnert niemanden.

Fast jede WG hat schon einmal einen Putzplan aufgehängt. Und in fast jeder WG hing nach vier Wochen ein vergilbtes Blatt mit drei abgehakten Kästchen an der Kühlschranktür. Das liegt selten an Faulheit – meistens ist der Plan schlecht konstruiert.

Warum Putzpläne scheitern

Drei Ursachen erklären fast alle gescheiterten Pläne:

  • Gleiche Anzahl statt gleicher Aufwand. „Jeder eine Aufgabe pro Woche" klingt fair. Aber Badputzen dauert 40 Minuten, Müll rausbringen zwei. Wer das dritte Mal in Folge das Bad erwischt, steigt aus.
  • Kein definierter Zeitpunkt. „Diese Woche" heißt in der Praxis „Sonntagabend, vielleicht". Ohne Stichtag verschiebt sich alles bis zum Konflikt.
  • Keine Sichtbarkeit. Ein Zettel im Flur wird nach zwei Wochen Teil der Wand. Niemand sieht mehr, was offen ist und wer dran war.

Schritt 1: Aufgaben sammeln

Setzt euch einmal zusammen und schreibt alles auf, was regelmäßig anfällt – auch das, was bisher stillschweigend jemand übernommen hat. Gerade diese unsichtbare Arbeit ist die häufigste Konfliktquelle. Eine typische Sammlung:

  • Täglich: Spülmaschine ein- und ausräumen, Küche grob aufräumen
  • Wöchentlich: Bad putzen, Küche gründlich, Böden saugen, Müll und Altglas, Handtücher wechseln
  • Alle zwei Wochen: Böden wischen, Kühlschrank auswischen, Spiegel und Fenster im Bad
  • Monatlich: Backofen, Fenster, Vorräte durchsehen, Abflüsse

Schritt 2: Nach Aufwand verteilen, nicht nach Anzahl

Schätzt für jede Aufgabe grob die Minuten und verteilt so, dass alle auf eine ähnliche Summe kommen. Wer das Bad übernimmt, macht in der Woche eben sonst nichts mehr. Ein bewährter Kniff: Aufgaben mit Punkten bewerten statt mit Namen – dann lässt sich sofort sehen, ob die Verteilung stimmt.

Vergesst dabei die Aufgaben nicht, die niemand als Arbeit wahrnimmt: Klopapier nachfüllen, Spülmittel besorgen, Pakete annehmen. Wenn sie im Plan stehen, sind sie sichtbar und teilbar.

Schritt 3: Rotation oder feste Zuständigkeit?

Beides funktioniert, aber für unterschiedliche Aufgaben.

Rotation – die Aufgabe wandert reihum – eignet sich für alles Unbeliebte. Bad und Küche sollten rotieren, sonst entsteht dauerhaft das Gefühl, immer den schlechteren Teil zu haben.

Feste Zuständigkeit passt dort, wo Routine hilft oder jemand eine klare Präferenz hat. Wer ohnehin gern kocht, kann dauerhaft die Küche übernehmen und dafür nie das Bad machen. Das ist fair, solange es der bewussten Absprache entspringt und nicht der Gewohnheit.

Vorlage für drei Personen

Als Startpunkt zum Anpassen. Die Zahlen in Klammern sind grobe Minutenwerte, damit ihr die Balance prüfen könnt:

  • Woche 1 – A: Bad (40) · B: Küche gründlich (30) + Müll (5) · C: Böden saugen (20) + Wischen (15)
  • Woche 2 – A: Böden saugen (20) + Wischen (15) · B: Bad (40) · C: Küche gründlich (30) + Müll (5)
  • Woche 3 – A: Küche gründlich (30) + Müll (5) · B: Böden saugen (20) + Wischen (15) · C: Bad (40)
  • Täglich, alle: eigenes Geschirr, Spülmaschine wer sie voll vorfindet
  • Monatlich, rotierend: Backofen, Fenster, Kühlschrank

Legt außerdem einen Stichtag fest – zum Beispiel Sonntag 20 Uhr. Alles, was bis dahin nicht erledigt ist, gilt als offen. Das nimmt der Diskussion die Schärfe, weil nicht mehr über Wahrnehmung gestritten wird, sondern über einen Zeitpunkt.

Schritt 4: Vom Papier auf die Handys

Der größte einzelne Hebel. Ein digitaler Plan hat drei Vorteile, die Papier nicht bieten kann: Er erinnert von selbst, er ist für alle gleichzeitig sichtbar, und er protokolliert, was tatsächlich erledigt wurde. Genau dieses Protokoll beendet die meisten WG-Diskussionen, weil es nicht mehr um Gefühle geht.

Wie Velpi das abbildet

In Velpi legt ihr Aufgaben einmal an und stellt darunter die Wiederholung ein – täglich oder wöchentlich, bei wöchentlich mit den passenden Wochentagen. Optional lässt sich Rotation aktivieren, sodass die Aufgabe automatisch reihum wechselt, alternativ eine feste Zuständigkeit. Über das Kalender-Symbol öffnet sich der Putzplan: alle wiederkehrenden Aufgaben als Wochenübersicht von Montag bis Sonntag, mit der jeweils zuständigen Person.

Für WGs relevant: Dort sind alle gleichberechtigt, es gibt keine Eltern-Kind-Rollen wie im Familien-Modus. Den Haushaltstyp wählt ihr beim Anlegen – er lässt sich später nicht mehr ändern, also gleich „WG" nehmen.

Ehrlich zur Abgrenzung: Einfache Wiederholungen sind kostenlos. Mehrere Wochentage pro Aufgabe, Rotation, feste Zuweisung, Foto-Nachweis und der automatische Putzplan-Generator gehören zu Premium. Für einen simplen Plan reicht die kostenlose Variante; die Rotation ist es aus unserer Sicht, die den Unterschied macht. Alle Funktionen im Überblick findest du unter Funktionen.

Wenn es trotzdem klemmt

Ein Plan ersetzt kein Gespräch. Wenn eine Person dauerhaft ausfällt, hilft kein strengerer Plan, sondern eine Absprache über den Grund. Häufig ist der Plan schlicht zu ambitioniert: Reduziert lieber auf das, was wirklich nötig ist, und haltet das zuverlässig ein. Ein kleiner Plan, der funktioniert, schlägt einen perfekten, den niemand befolgt.

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