WG-Kasse: gemeinsame Ausgaben fair abrechnen
Was in einer WG gemeinsam gekauft wird, welche vier Abrechnungsmodelle es gibt und die eine Regel, an der jedes davon hängt.
Kurz gesagt
Klärt zuerst schriftlich, was gemeinsam gekauft wird und was nicht – daran scheitert es häufiger als am Geld. Von den vier Modellen (Bargeldkasse, reihum einkaufen, gemeinsames Konto, mitschreiben und ausgleichen) passt das letzte den meisten WGs. Entscheidend sind zwei Regeln: an der Kasse eintragen statt abends, und ein fester Abrechnungstag im Monat.
Es geht in WGs selten um viel Geld. Es geht darum, dass jemand seit vier Wochen das Spülmittel kauft und niemand es merkt. Streit um gemeinsame Ausgaben entsteht fast nie am Betrag, sondern an der fehlenden Sichtbarkeit – und die lässt sich mit einer halben Stunde Absprache dauerhaft herstellen.
Zuerst klären: Was ist überhaupt gemeinsam?
Der häufigste ungelöste Punkt. Setzt euch einmal zusammen und legt drei Töpfe fest:
- Immer gemeinsam: Klopapier, Spülmittel, Putzmittel, Müllbeutel, Alufolie, Gewürze, Öl, Salz, Zucker, Kaffee (wenn alle trinken), Spülmaschinentabs.
- Nie gemeinsam: alles, was jeder für sich isst und trinkt – eigene Milch, eigenes Bier, eigener Joghurt. Die Ausnahme sind Abende, an denen ihr zusammen kocht.
- Einzelfall: alles andere. Wichtig ist nur, dass es vorher angesagt wird: „Ich kaufe für uns alle Nudeln mit" ist eine gemeinsame Ausgabe, „Ich hatte damals Nudeln für alle gekauft" drei Wochen später ist ein Streit.
Schreibt das Ergebnis auf. Nicht aus Bürokratie, sondern weil sonst in sechs Monaten jeder eine andere Erinnerung daran hat.
Die vier gängigen Modelle
- Bargeldkasse. Jeder wirft monatlich einen festen Betrag ein, wer einkauft, nimmt daraus. Einfach und ohne App – aber jemand muss die Kasse führen, Wechselgeld ist ein Dauerthema, und bei Kartenzahlung passt es nicht mehr.
- Reihum einkaufen. Jede Woche ist jemand anders dran und zahlt alles. Über Monate gleicht sich das ungefähr aus. Praktisch nur bei ähnlichem Verbrauch und stabiler Besetzung – wer zwei Wochen weg ist, zahlt trotzdem.
- Gemeinsames Konto. Sauber und transparent, aber mit Aufwand: Kontoeröffnung, alle als Verfügungsberechtigte, und beim Auszug muss es wieder aufgelöst werden. Lohnt eher in langlebigen WGs.
- Mitschreiben und ausgleichen. Jeder zahlt, was er gerade zahlt, alles wird notiert, einmal im Monat wird ausgeglichen. Das ist für die meisten WGs das praktischste Modell – vorausgesetzt, das Mitschreiben passiert sofort.
Die eine Regel, an der alles hängt
Eingetragen wird an der Kasse, nicht abends. Jedes Modell, das auf „ich schreibe das später auf" baut, sammelt Lücken – und Lücken sind der Anfang von „ich glaube, ich habe mehr bezahlt". Wer 20 Sekunden direkt nach dem Bezahlen investiert, muss nie wieder rekonstruieren.
Der zweitwichtigste Punkt: ein fester Abrechnungstag. Der Erste des Monats, oder der Tag, an dem die Miete abgeht. Ohne Termin schiebt sich der Ausgleich, bis die Summe unangenehm groß ist – und ab da redet niemand mehr gern darüber.
Ungleiche Verhältnisse fair lösen
Nicht jede WG ist gleichmäßig. Ein paar Fälle, die immer wieder auftauchen:
- Jemand ist selten da. Wer unter der Woche pendelt, verbraucht weniger. Ein reduzierter Anteil ist fair – aber legt ihn einmal fest, statt jeden Monat zu diskutieren.
- Sehr unterschiedliche Einkommen. Bei gemeinsamen Anschaffungen (Sofa, Waschmaschine) funktioniert eine Aufteilung nach Einkommen. Bei Klopapier wäre das übertrieben.
- Unterschiedliche Ansprüche. Wer nur Bio kauft und wer aufs Geld schaut, kommen bei einer gemeinsamen Kasse selten zusammen. Dann lieber die gemeinsame Liste kleiner halten und mehr einzeln kaufen.
- Auszug. Klärt vorher, was mit der Kasse und mit gemeinsam gekauften Dingen passiert. Das ist der Moment, in dem sonst aus einer Freundschaft ein Nachrechnen wird.
Was Einkauf und Putzplan verbindet
Beides scheitert am selben Punkt: an der unsichtbaren Arbeit. Wer immer das Klopapier kauft, macht dieselbe Art unbedankter Arbeit wie derjenige, der immer den Müll runterbringt. Wenn beides sichtbar wird – die Ausgaben in einer Abrechnung, die Aufgaben in einem Plan – lösen sich die meisten Konflikte, ohne dass jemand ein Gespräch führen muss.
Wie Velpi das übernimmt
Velpi kennt den Haushaltstyp „WG": Dort sind alle gleichberechtigt, es gibt keine Eltern-/Kind-Rollen, und der Finanzbereich rechnet nicht als Haushaltsbudget, sondern als Ausgleich – wer hat bezahlt, wer schuldet wem was. Beim Abschließen eines Einkaufs wird hinterlegt, wer bezahlt hat; den Rest führt die App mit.
Die geteilte Einkaufsliste löst dabei das Nebenproblem: Alle sehen in Echtzeit, was fehlt und was schon im Wagen liegt, also kauft niemand das dritte Spülmittel. Für die Aufgaben gibt es Rotation und einen Wochenplan, sodass die Zuständigkeit reihum weiterrückt, ohne dass jemand daran erinnern muss.
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